Zuhause selbst siebdrucken – eine Zusammenfassung

T-Shirt über die Druckplatte spannen, den fertig beschichtet, belichtet und ausgewaschenen Rahmen einschrauben und absenken, dann genügend Farbe auftragen, Rakel ansetzen, das Sieb fluten und schließlich für den endgültigen Druck über das Sieb rakeln – geschafft, den Herstellungsprozess zurück erobert, in die eigenen Hände genommen und in die eigenen vier Wänden verfrachtet.

Siebdruck unter Eigeninitiative bietet genau das. Und was auf den ersten Blick vielleicht ein klein wenig überfordernd oder fast schon zu aufwendig wirkt, ist in der Realität tatsächlich ein aufregendes, leicht umzusetzendes Verfahren, wenn man mal einen kleinen Schritt zurück tritt und eine zusammenfassende Perspektive auf das Ganze erlangt.

Die Ausrüstung

Wichtigster Ausrüstungsgegenstand? Genügend Motivation! Check!

Dazu kommen jedoch noch einige Dinge, die sich nicht einfach so in näherer Umgebung oder im Haushalt finden lassen. Aber keine Sorge, alle hier aufgeführten Materialien findet ihr auf Siebdruckland.de. Angefangen mit dem Sieb, der Emulsionsschicht, einer Beschichtungsrinne und einer Lampe zum Belichten des Siebes, habt ihr mit diesen vier Komponenten bereits das essentielle Equipment, d.h. den Kern der nötigen Ausrüstung, um euer erstes Siebdruckprojekt zuhause umzusetzen. Mit diesem wird ein belichtungsfähiges Sieb hergestellt & belichtet.

Beschichtung & Belichtung stellen den ersten Arbeitsschritt eines erfolgreichen Drucks dar. Damit dieser reibungsloser abläuft, sei euch als weiterer wichtiger Teil eurer Siebdruck-Ausstattung definitiv eine sog. Gelblicht-Lampe empfohlen: Die für das Druckfähig-Machen eines Siebes unbedingt notwendige Emulsion ist licht-sensitiv und härtet unter UV-Bestrahlung aus bzw. wird wasserfest. Gewöhnliches Tageslicht & auch das Licht eurer Haushaltslampen enthält geringe UV-Werte, die mit der Emulsion reagieren, würdet ihr diese bei normaler Beleuchtung zuhause verarbeiten. Das Arbeiten bei vollkommener, UV-neutraler Dunkelheit führt im ungünstigsten Fall nur zu Hals- & Beinbruch, und deshalb arbeiten wir mit Gelblicht-Lampen. Diese geben UV-neutrales Gelblicht ab, hellen euren Arbeitsbereich dabei ausreichend auf & lassen sich in jede normale Glühbirnenfassung einschrauben.

Neben dem beschichteten Sieb braucht ihr für die Belichtung natürlich noch das Trägermedium eures Motivs, also einen transparenten Film, auf den ihr ganz einfach mit jedem haushaltsüblichen Drucker euer Motiv komplett mit schwarzer Druckertinte aufdruckt. Ein starker UV-Strahler wird für die schließliche Belichtung benutzt. Zum späteren Fixieren des fertigen Siebes für den Druck reichen einfache Siebdruck-Klammern aus, die auf einer stabilen Arbeitsfläche angebracht werden. Rakel & Farbe sind das letzte, was ihr nun noch benötigt.

Der Arbeitsraum

Spezielles Equipment als Grundlage ist ja eigentlich schon selbstverständlich, doch was beim Drucken zuhause besonders im Voraus überdacht werden sollte, ist der Arbeitsraum, den ihr brauchen werdet.

Was sich über den Internetshop problemlos organisieren lässt, will auch Platz für seine Verwendung finden. Ein Raum, der sich komplett abdunkeln lässt, wird gebraucht (Verarbeitung der Emulsion!). Idealerweise habt ihr hierfür einen geräumigen Keller zum Arbeiten, was aber nicht immer der Fall ist, weshalb als nächst-beste Alternative sich das Bad anbietet: oft mir kleinen Fenstern ausgestattet, lässt dich dieses schnell abhängen & die normale Glühbirne wird mit der Gelblicht-Lampe ausgetauscht. Dann Handschuhe über die Hände, Gelblicht-Lampe an & die Emulsion verarbeiten. Die Belichtung des beschichteten Siebs führt ihr am Besten im selben Raum durch, um eventuelle UV-Licht-Einstrahlung durch den Transport in ein anderes Zimmer zu vermeiden, und da sich die Dusche oder Badewanne direkt im Bad zum anschließenden Auswaschen Eures Motivs (auch nur unter Gelblicht) perfekt anbietet. Der räumlich & technisch prekäre Teil ist danach geschafft. Das Drucken selbst könnt ihr prinzipiell in jedem Raum durchführen, solang ihr dort genügend Platz für eine Druckunterlage (Arbeitstisch) & eventuell eine Siebdruckmaschine habt. Seid aber auf diverse, farbige Sauereien beim Drucken gefasst & trefft Vorkehrungen, um ein Verunstalten eures Fußbodens zu vermeiden. Beim Auswaschen von Farbe & auch beim Entschichten der Siebe wird euch eure Dusche/Badewanne wieder hilfreich zur Seite stehen. 

Home, sweet home. Das eigenständige Siebdrucken zuhause ist eine super Sache & geniales Outlet für eure kreativen Bedürfnisse.

BTW: brennt euch mal die Gelblicht-Lampe durch, könnt ihr daheim auch auf Kerzenlicht zurückgreifen, da auch dieses UV-neutral ist.

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