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Was ist Siebdruck? Eine kurze Einführung

Immer weider werden wir gefragt, was genau eigentlich Siebdruck ist. Wikipedia gibt dazu folgende Defintion:

“Der Siebdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einer Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf das zu bedruckende Material gedruckt wird. An denjenigen Stellen des Gewebes, wo dem Druckbild entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, werden die Maschenöffnungen des Gewebes durch eine Schablone farbundurchlässig gemacht.”

Verstanden?

Also noch einmal etwas einfacher erklärt. Beim Siebdruck wird über eine Art Schablone in der Form eines Rahmensild) spezielle Acrylfarbe mit einem Rakel durchgedrückt. Da die Schablone ein bestimmten Stellen für die Farbe durchlässig ist, wird hier die Farbe auf die Unterlage (Holz, Textilien, Papier) übertragen.

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Im Gegensatz zu Schablonen, welche mit Cuttern oder Scheren erstellt werden, erlaubt die Siebdrucktechnik mehr Details. Hier gibt es unterschiedliche Feinheiten der Siebe, welche je nach Motivwunsch von grob (zb. 43 T) bis sehr fein, z.b. für aufgerasterte Fotos (160 T) eingesetzt werden. Grob vereinfacht stehen die Zahlen für die Anzahl der Fäden pro Quadratzentimeter.

Beim Siebdruck werden die Vorlagen (in der Fachwelt auch “Filme” genannt) auf transparente Folien ausgedruckt, welche über den Handel bezogen werden können. Das Motiv wird hierbei als Positiv in schwarzer Farbe auf die Folie gedruckt. Das Sieb wird zur Vorbereitung mit einer lichtempfindlichen, dickflüssigen Emulsion überzogen und nach dem austrocknen anschließend belichtet. Hierbei liegt die Folie auf dem Sieb. Dadurch das einige Bereiche der Folie schwarz sind, werden diese vom Licht nicht getroffen. Beim anschließenden Auswaschen unter Leitungswasser löst sich die Emulsion daher an diesen Stellen Der Rest der lichtempfindlichen Paste wird allerdings sofort ausgehärtet. So ensteht also eine Schablone, bei der einige Bereich durchlässig sind so dass hier Farbe durchgedrückt werden kann.

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(Bild: Wikipedia)

Klingt bis jetzt sehr einfach? Es gibt natürlich einige Hürden. Oder sagen wir eher Regeln.

Entscheidend bei jedem Vorhaben ist zunächst die Frage: Was für ein Motiv habe ich und was will ich umsetzen? Möchte ich für eine Veranstaltung ein paar Plakate drucken oder benötige ich für meine Band bis zum Wochenende 200 Shirts drucken? Will ich für einen guten Freund einen speziellen Druck als Geburtstagsgeschenk anfertigen und daher meinen Rahmen nur einmal verwenden oder geht das Motiv in Serie?

Generell: Siebdruck ist ein Verfahren was eher Sinn für höhere Auflagen macht. Die Erstellung eures Siebdruckrahmens (Beschichtung und Belichtung) nimmt Zeit in Anspruch und gelingt nicht immer sofort beim ersten Anlauf. Gerade Anfänger sollten vor großen Projekten oder gar Aufträgen erst einmal nur rumprobieren. Macht auf keinen Fall den Fehler und gebt gleich Unsummen an Shirts für Testdrucke aus sondern nutzt hier lieber Stofffetzen oder alte Shirts.

Anfängern wird generell empfohlen, mit einfachen Motiven zu starten. Grobe Schriftzüge und generell Motive mit wenig Details eignen sich am besten, da ihr hier keine großen Fehler machen könnt, was die Auswahl der Emulsion und des passenden Siebdruckrahmens betrifft. Bei feineren Motiven wie aufgerasterten Fotos oder Motiven mit feinen Details sollte vorab z.b. bei Siebdruckland.de nach passender Siebdruckfeinheit und Emulsion recherchiert werden, da feinere Siebe z.b. auch eine feinere Emulsion benötigen.

Mehrfarbiger Druck? Geht auch, ist aber zunächst für Anfänger sinnvoll, wenn die einfarbigen Motive funktionieren und ihr euch sicher fühlt. Bei mehrfarbigen Motiven spielen die Positionierung der Rahmen beim Druck eine große Rolle und in bestimmten Fällen muss sogar zwischengetrocknet werden. Mit einem einfachen Tisch für einfarbige Drucke ist das begrenzt möglich.

Auf dieser Seite findest du hierzu spezielle Anleitungen für mehrfarbigen Druck.

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