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Simpler 2-Farben-Druck – Das einfache Erzeugen von Dimension/Räumlichkeit

Könnt ihr tolle Motive mit nur einer Farbe gestalten? Auf jeden Fall! Muss es aber bei einer Farbe bleiben? Das Drucken mit mehr als einer Farbe klingt erst einmal für viele Siebdruck-Neulinge nach einer riesigen Herausforderung. Motive, die aus mehreren Farben bestehen, haben oft eine sehr variierende Farbverteilung, was bedeutet, dass eine sehr genaue Positionierung der aufeinanderfolgenden Drucke nötig ist, um ein erkennbares Bild zu erhalten. Um die Angst vor der vermeintlichen Komplexität des Druckens mit mehr als einer Farbe ein wenig zu nehmen, will ich euch heute eine simple Anwendung/Übung zeigen, mit der ihr euch langsam an das Verfahren heran tasten könnt. So könnt ihr, auch ohne die komplexe Planung eines mehrfarbigen Motivs, mit einer eurer schon vorhandenen Siebdruck-Gestaltungen den Druck mit 2 (oder auch mehr) Farben Schritt für Schritt trainieren. Alles was ihr braucht ist ein Motiv, und den Rest gibt’s wie immer bei Siebdruckland.

Die Rede ist von einem einfachen Überlagern zweier Drucke in unterschiedlichen Farben, wobei der zweite Druck in seiner Positionierung diagonal vom ersten abweicht.

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Es wird eine leichte Räumlichkeit erzeugt, die dadurch zustande kommt, dass unser Auge durch die Verschiebung und den Farbunterschied annimmt, es seien zwei Objekte im simulierten “Raum” auf dem Papier, welche aufeinander liegen. Das Ergebnis kann variiert werden, indem mit dem Kontrast der beiden Farben experimentiert wird. Ein Hell-Dunkel-Kontrast sorgt für eine Gefühl von Tiefe. Komplementärkontraste wirken ästhetisch ansprechend. Und nicht harmonische Kontraste wirken schnell sehr psychedelisch. Welche Farben ihr letztendlich einsetzt, ist vollkommen euch überlassen. Natürlich könnt ihr auch 3 Farben aufeinander drucken. Bei der Wahl der Farben solltet ihr vielleicht in Adobe Illustrator (oder auch in jedem anderen Programm, welches es euch erlaubt, eingefärbte Flächen/Objekte zu erstellen) testen, wie sich die Farbtöne zu einander verhalten. So vermeidet ihr, dass euer Druck nicht den erhofften Effekt erzielt und Material und Zeit verschwendet wird. Testet außerdem, ob sich die Farben, die ihr später zum Drucken verwenden wollt, auch auf eurem Druckmedium (Stoff, Papier, Karton, etc. ) deckend überlagern und nicht durchscheinen. Solltet ihr eine weniger deckende Farbe über eine sehr dominante Farbe drucken (zum Beispiel helle Gelbtöne auf Schwarztöne), dann geht davon aus, dass die obere der beiden Farben mehrfach gerakelt werden muss, um genügen Farbe auf das Medium zu bringen.

Farbueberlagerungen

Ein paar Beispiele möglicher Farbüberlagerungen

Für diese leichte Anwendung eines 2-Farben-Drucks braucht ihr lediglich ein einzelnes einfarbiges Motiv. Ihr belichtet und bearbeitet euer Sieb wie gewohnt. Danach müsst ihr euch für die Anordnung der beiden Farben entscheiden, dass heißt auswählen, welche der Farben im Hintergrund bzw. in der Tiefe liegen soll. Diese druckt ihr zuerst.

Farben können sich auf verschiedene Arten überlagern. Eine kann als Schatten der anderen auftreten aber auch direkt an diese anschließen und so als optische Verlängerung der oberen Farbe wirken, was schnell und sehr leicht ein visuelles Gefühl von Tiefe suggeriert. Positioniert den ausgewaschenen und trockenen Rahmen erneut auf dem Druckmedium, welches ihr nach dem ersten Druck nicht verschieben solltet, dass heißt ihr fixiert es am besten. Legt den Rahmen so an, dass er deckungsgleich mit dem zuerst gedruckten Motiv liegt; dann verschiebt ihr ihn in Richtung der rechten oberen Ecke eures Druckmediums, also diagonal. Schaut ihr auf den Rahmen und das Motiv darunter, könnt ihr bereits erahnen, wie die Farbverschiebung später aussehen wird. Fixiert den Rahmen anschließend und führt den zweiten Druck aus, diesmal mit der überlagernden Farbe. Geschafft!

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