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Siebdruck + Linouleum

Siebdrucken auf Papier? Kein Thema. Drucken auf Stoff? Machen wir fast jeden Tag. Aber Siebdruck auf Linoleum? Wozu soll das denn am Ende gut sein?

Das Kombinieren zweier Drukverfahren

Tatsache ist: Mit dem Siebdruck kommen wir zu tollen Endergebnissen. Das Verfahren liegt uns nahe, wir kennen uns mit jedem Schritt des Druckprozesses aus, das erfahrene und routinierte Drucken macht Spass. Aber aus Sieb und Rakel können wir am Ende immer noch mehr rausholen – indem wir den Siebdruck nicht als finale Methode auf dem Weg zum fertigen Druck betrachten, sondern ihn ein wenig zweckentfremden und lediglich als Zwischenschritt eines anderen Druckprinzips verwenden: Dem Linoleum-Schnitt. Gleich unserem heißgeliebten Siebdruck, ist der Linol-Schnitt eine Drucktechnik, die ihr relativ günstig und leicht zuhause umsetzen könnt, dabei aber dennoch zu tollen Resultaten gelangt. Beim Linol-Schnitt wird das Motiv mittel spezieller Werkzeuge in die weiche Oberfläche der Linoleum-Platte geschnitten, dass heißt in sie hinein geschnitzt, sodass die zu druckenden Stellen schließlich stehen bleiben. WICHITG: Das Motiv wird immer spiegelverkehrt in das Linoleum geschnitten. Denn beim Linol-Schnitt handelt es sich um ein sogenanntes Hochdruck-Verfahren, bei dem die beim Schneiden stehen gelassenen Teile mit Farbe bedeckt werden und die gesamte Platte schließlich auf das Druckmedium (meist Papier oder auch hochwertiges Kunstdruck-Papier) gedrückt wird. Das spiegelverkehrte Linoleum-Motiv wird auf dem Papier dann seitenrichtig abgebildet.

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Mein Motiv, aus dem ich einen Linol-Schitt machen will

Will man sein geplantes Motiv nun auf die Linoleum-Platte bringen, um es ausschneiden zu können, kann es knifflig werden. Erstens ist das Übertragen des Motivs auf die Platte von Hand ein zusätzlicher Arbeitssschritt, der unter Umständen jede Menge Zeit kosten kann. Vor allem dann, wenn euer Motiv ein wenig aufwendiger ist. Zweitens kann das Ganze manchmal Kopfschmerzen bereiten, da ihr das Motiv spiegelverkehrt auf der Linol-Platte zeichnen müsst, andernfalls wird der Druck mit der Platte seitenverkehrt. Und Drittens ins das Zeichnen auf der Linoleum-Oberfläche nicht mit allen Stiften gut möglich, sie ist sehr glatt und nicht wirklich saugstark, Bleichstift verschmiert sehr schnell, Fineliner verwischen sofort. Genau deßhalb haben wir uns mal an das Experiment gewagt und versucht all diese Probleme einfach mittels Siebdruck zu umgehen. Die Idee ist simpel: Das Motiv einfach mit dem Sieb auf die Platte drucken, um es dann auszuschneiden.

Ihr zeichnet euer Motiv auf Papier, am Besten mit schwarzem Pigment-Fineliner, und scannt die Zeichnung ein. Achtet hierbei vorallem darauf, dass euer Entwurf nicht zu detailliert ist; das Ausarbeiten von sehr kleinen Details ist mit dem Werkzeug beim Linolschnitt nur bedingt möglich. In Photoshop drehen wir den Kontrast des Scans ein wenig hoch, um die Deckkraft der gesamten Zeichnung zu verbessern und abschließend wird das Ganze mit dem Tintenstrahldrucker auf den normalen Siebdruck-Film gedruckt.

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Arbeiten mit Emulsion – immer mit Gelblicht

Mit dem Film belichtet ihr ein Sieb, ABER legt den Siebdruck-Film seitenrichtig auf das Sieb, bevor ihr eure Belichtungslampe einschaltet. Im Sieb befindet sich nach dem Auswaschen also eine spiegelverkehrte Version eurer Zeichnung.

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Die Linoleumplatte wird zentral unterm Motiv platziert, anschließend fixiert, …

… gedruckt und die Farbe dann mit dem Föhn getrocknet

Dann die Linolplatte auf dem Drucktisch fixieren (zum Beispiel mit Kreppband) und das Motiv drucken. Als Letztes sollte noch ein wenig Fixativ oder Haarspray auf die Platte gesprüht werden, um den Aufdruck noch besser auf der Platte zu fixieren. Mit dem Ausschneiden kann losgelegt werden.

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Der fertige Druck, bestehend aus zwei Linol-Schnitten

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