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Mehrfarbiger Siebdruck mit Silverpress

In Anlehnung an die einfache mehrfarbige Druckmethode für Einsteiger, die wir vor Kurzem vorgestellt haben, will ich euch heute noch ein paar Hinweise zum Drucken speziell mit der Silverpress geben.

Die Silverpress ist eine Siebdruckmaschine, welcher über einen beweglichen Arm, in welchen der Siebdruckrahmen eingespannt wird, sowie eine Druckplatte verfügt und die es erlaubt sehr präzise und sauber zu drucken. WICHTIG: Wir reden hier über die einfache Silverpress ohne Karussell. Alle Bestandteile der Silverpress, die für den Druckvorgang relevant sind, sind durch Schrauben justierbar, wodurch dem Drucken ein fast schon systematischer Charakter gegeben wird und ihr euch weniger Sorgen um korrekte Positionierung und Abständen machen müsst, da ihr diese vor jedem Druck gezielt festlegen könnt.

Was kann eingestellt werden und wozu?

Wichtigster Teil der Maschine ist der Arm für den Siebdruckrahmen. Dieser besitzt ein Gelenk, das es erlaubt, den eingespannten Rahmen vertikal auf- und abzusenken. Dabei gibt es zwei Positionen, in denen der Arm “einrastet”, einmal direkt über der Druckplatte und einmal ca. einen halben Meter über der Druckplatte. Der für uns interessante Moment bzw. die für uns interesante Position, ist die des Arm auf/direkt über der Platte. Auf der Druckplatte wird das Druckmedium (euer T-Shirt, Poster, Hoodie, Tasche, …) fixiert, der Siebdruckrahmen wird dann über den Arm der Silverpress auf das Medium gesetzt.

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Nun kommen die nützlichen Justierungen der Maschine ins Spiel. Ein präziser und sauberer Druck wird niemals während eines direkten Aufliegens des Rahmens auf dem Medium ausgeführt. Liegen Sieb und Druckfläche abstandslos aufeinander, dann passiert es sehr schnell, dass Farbe beim Rakelzug unter den Siebstoff “gequetscht” wird und Flecken im Druck entstehen. Dies passiert, da die Druckfläche und das Sieb während des gesammten Drucks in Kontakt sind. Um all das zu vermeiden, drucken wir mit einem sogenannten Absprung. Absprung bedeutet, dass es vor und während des Druckvorgangs einen geringen Abstand zwischen Sieb und Druckmedium gibt; beim ersten Rakelzug, der fast ohne Druck gezogen wird, wird das Sieb geflutet, es wird also Farbe in die offenen Stellen des Motivs gestrichen, der zweite Rakelzug wird mit deutlichem Druck ausgeführt, sodass das Sieb, welches zunächst noch über der Druckfläche schwebt, auf diese herunter gedrückt wird. Bewegt sich der Rakel nun weiter über das Sieb, so springt der zuvor nach unten gedrückte Bereich wieder in seine Ausgangsposition zurück. So kommt der Absprung zustande. Wofür ist das alles gut? Durch den Absprung berührt der zu druckende Teil des Siebs (der Bereich, der frei von Emulsion und mit Farbe gefüllt ist) die Druckfläche immer nur für einen kurzen Moment. Dieser Moment reicht aber aus, um ausreichend Farbe auf dem Medium zu hinterlassen. Den richtigen Abstand für einen Absprung stellt ihr an einer Silverpress einfach über die verschraubten Gelenke und die absenkbare Rahmen-Einspannung ein.

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Wollt ihr jetzt mit mehr als einer Farbe drucken und  benutzt dafür eine Silverpress, dann geben euch die gezeigten Einstellungs- und Positionierungsmöglichkeiten eine sehr präzise Kontrolle über eure aufeinander folgenden Rahmen. Durch Abgleichen mit dem Druck der ersten Farbe sorgt ihr dafür, dass auch alle weiteren Farben passgenau auf dem Papier/Stoff landen. Über Verutschen und dergleichen müsst ihr euch Dank der stabilen Konstruktion der Gelenke und Verschraubungen keine Sorgen mehr machen. Um sicher zu gehen, dass beim Absprung nichts schief gehen kann, könnt ihr diesen mit 1-2 Kartonquadraten, die ihr unter die hintere linke und rechte Ecke des eingespannten Rahmens legt, noch zusätzlich fixieren.

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