belichtung

Es werde Licht! Siebbelichtung leichtgemacht

Siebdruck ist ein Verfahren, welches ohne lichtempfindliche Chemikalien nicht funktionert. Anders als die rein manuelle Schablonentechnik, bei welcher allerdings nur sehr grobe Motive möglich sind, erlaubt Siebdruck feine Details und erheblich mehr Spielraum. Eine optimale Belichtung des Siebs lässt sich so definieren: Alle Details eures Motivs sind genauso auf dem Sieb übertragen worden, wie ihr dies geplant habt.  Die Emulsiosnsschicht ist so ausgehärtet, dass sie auch durch mehrmaliges Rubbeln an der Seite des Siebs nicht abgetrennt werden kann.

Hört sich einfach an, ist aber gerade am Anfang alles andere als die Regel. Es gibt allerdings ein paar Faustregeln, welche ihr einhalten solltet, um auch bei der Belichtung alles richtig zu machen.

Wie lange belichten?
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten und richtet sich nach einigen Vorbedingugen. Ist die Emulsion auf dem Sieb nicht vollständig ausgehärtet kann eine etwas längere Belichtung diesen Prozess unterstützen. Denn auch beim finalen Belichtungsvorgang wird das Sieb noch einmal zusätzlich ausgehärtet. Vor allem besonders starke Belichtungslampen wie in professionellen Belichtungskästen können einen Vorgang, der mit einer 400W Belichtungslampe einige Minuten dauert, auf einige Sekunden reduzieren.

Generell empfielt sich eine Belichtungszeit zwischen 4 und 7 Minuten mit einer Halogenlampe bei einem Abstand von 60 bis 70 Zentimenter zum Motiv. Dies betrifft allerdings nur die Emulsion “Easy Blue” der Firma Siebdruckland. Und immer daran denken: Auf eure Folie sollte eine Glasplatte gelegt werden, damit das Sieb an allen Stellen flach auf das Sieb gedrückt wird.

Die Emulsion – wirklich ausgehärtet?
Wir Siebdruckenthausiasten kennen alle das Gefühl: Ungeduldig warten wir bis endlich die letzte Sekunde auf unserer Stoppuhr das Ende des Belichtungsvorgangs anzeigt. 3,2,1. Licht aus, Sieb unter die Dusche und – alles verwischt. Die Emulsion löst sich und Details bröckeln ab. Ein häufiger Grund hierfür kann eine noch nicht vollständig ausgehärtete Emulsionsschicht sein. Auch nach dem Trockenföhnen kann die Emulsion immer noch Flüssigkeit enthalten – auch wenn sich die Schicht auf dem Sieb beim vorsichtigen Berühren trocken anfühlt. Sicher ist sicher: Im Idealfall 10 Minuten Föhnen und anschließend bei Dunkelheit 1 bis 2 Stunden lagern und austrocknen lassen. Alternativ ist es auch gut, die Siebe sogar über Nacht in eine dunkle Box zu packen und so komplett aushärten zu lassen. Vor allem wenn die Emulsionsschicht etwas dicker war, empfiehlt sich dieses ganz besonders.

Horroszenario: Das Motiv lässt sich nicht auswaschen
Auch nach minutenlangen Duschen passiert nix. Das Motiv bzw. die feinen Öffnungen im Sieb, welche Farbe durchlassen sollen, lassen sich nicht auswaschen. Hier kann es unterschiedliche Gründe geben. Bei der Überbelichtung wurde das Sieb für zu lange Zeit dem Licht ausgesetzt. Das starke Licht hat auch die schwarzen Flächen auf eurem Siebdruckfilm durchdrungen und so hier auch die Emulsion ausgehärtet. Hier hilft nur eines: Sieb entschichten und Belichtungsvorgang erneut durchführen.

Kurz zusammengefasst hier also noch einmal eine Checkliste:
– Sieb ausgehärtet? 10 Minuten Föhnen und im Idealfall über Nacht in einer dunklen Box lagern.
– Emulsion zu stark/nicht genug belichtet? Vorgang wiederholen und Belichtungszeit anpassen.
– Abstand zur Belchtungslampe korrekt?
– Motiv auf der Folie wirklich deckend schwarz? Notfalls Folie mit bester Fotoeinstellung nochmal ausdrucken.

Generell gilt immer: Beginnt mit einfachen Motiven ohne große Details um euch an den Prozess heranzutasten. Gerade kompliziertere Motive benötigen oft eine speziellere Emulsion und müssen in der Zeit angepasst werden.
Take it easy, nicht aus der Ruhe bringen lassen und Geduld haben. Dann wird alles gut :)

Posted in Anleitungen and tagged , , .

Hinterlasse eine Antwort