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Arbeiten mit der Easy Blue Fotoemulsion

Ohne Emulsion gibt’s keinen Siebdruck. Und ohne Siebdruck wär’ die Welt wesentlich unschöner, als sie’s ist. Darum beschäftigen wir uns viel mit der heißgeliebten Chemikalie (auch Kopierschicht genannt), die es uns erlaubt, so viel (und so vielseitig) in den eigenen vier Wänden am Drucken zu sein. Als essentieller Bestandteil der Siebdrucktechnik ist sie von allen verwendeten Materialien die am kompliziertesten und deshalb am sorgfältigsten behandelte Substanz, die zum Siebdrucken notwendig ist. Ein gekonntes Umgehen mit der Emulsion ist also ein wertvolle Fähigkeit und verlangt einiges an Erfahrung, die ihr über viele Drucke hinweg sammeln müsst.

Paradebeispiel ‘Easy Blue’

Tolles Fallbeispiele einer Emulsion, deren Eigenschaften in vielerlei Hinsicht einen genaueren Blick wert sind, ist die Easy Blue-Fotoemulsion. Ob Siebdruck-Neulinge, Fortgeschrittener oder mit Rakel in den Händen geboren, die blaue Emulsion eignet sich für viele Eurer Vorhaben und ist auf allen Stufen des Könnens super zugänglich. Was heraus sticht sind vor allem die Qualität der ausgewaschenen Motive und die vergleichsweise einfache Handhabung, gerade wenn man am Anfang seiner Siebdruck-Karriere steht.

Easy Blue: Verarbeitung

Was sich bei der Easy Blue-Emulsion als Hilfe für Neulinge heraus stellt lässt sich für erfahrene Drucker als Komfort beschreiben: Die einkomponentige Verarbeitung. Die Emulsion kann so, wie sie Euch geliefert wird benutzt werden. Andere Kopierschichten erfordern oft ein Anmischen mit einer zusätzlichen Chemikalie, durch welche die Schicht erst fotoreaktiv und somit belichtbar wird. Hierbei gibt es Kleinigkeiten, die prekär sein können, so wie das vernünftige “Ausgasen” der frisch angemischten Emulsion. Mit “ausgasen” ist das Entweichen der beim Anrühren in die Emulsion eingedrungenen Luft gemeint. Die Easy Blue-Schicht kann ohne Anmischen verwendet werden.

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Frisch geöffnete Easy Blue-Emulsion

Die Emulsion besitzt eine fließende, fast cremige Konsistenz; das Befüllen der Beschichtungsrinne geht leicht von der Hand, genauso das saubere, gleichmässige Auftragen auf das Sieb. Um die Schicht dann noch vor dem Austrocknen im Siebstoff zu fixieren, reicht ein kurzes Behandeln mit dem Haartrockner. Abschließend solltet ihr das Sieb mindestens 1-2 Stunden, oder idealerweise über Nacht, zusätzlich an einem dunklen Ort trocknen lassen.

Easy Blue: Belichtung & feine Details

Die Belichtung der Emulsion verläuft wie gewohnt. Je nach Dicke der Beschichtung (welche ihr durch schnelles bzw. langsames Auftragen beeinflussen könnt) muss die Belichtungszeit variiert werden, Ausprobieren mit einer Test-Belichtung unter Verwendung verschiedener Detailgrade im Motiv bietet sich an, um herauszufinden, wie lange mit der eigenen Ausrüstung belichtet werden muss. In der Regel sollten 5-7 Minuten Belichtungszeit ausreichen.

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Easy Blue Emulsion nach Belichtung, Auswaschen und mehrfachem Druck

Im Normalfall ist euer Sieb von beiden Seiten beschichtet, so kommt bei guter Belichtung ein schönes, beständiges ausgewaschenes Motiv im Sieb zustande. Doch die Easy Blue eignet sich auch für Experimente mit feinen Details, von denen man vielleicht glauben könnte, sie seien nicht im Sieb abzubilden. Dazu wird das Sieb lediglich von einer Seite (der Unterseite, welche später direkt das Druckmedium berührt) beschichtet. Anschließend wird kürzer belichtet als bei beidseitiger Beschichtung,  4-5 Minuten können bei dünner Kopierschicht genügen. Ausgewaschen wird dann mit besonderem Augenmerk für die feinen Details, die schnell in der Emulsion zu erkennen sind, um so den Moment nicht zu verpassen, in dem mit dem Auswaschen gestoppt werden muss, um keine der Feinheiten zu beschädigen. Auch sonst solltet ihr beim Auswaschen nach der Belichtung immer vorsichtig sein, zu langer Kontakt mit Wasser ruiniert jedes Motiv im Sieb, wenn dieses noch nicht nachbelichtet worden ist.

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