IMG_9651

Arbeiten mit Alternativen zur Easy Blue, Teil 1

Die Easy Blue Kopierschicht haben wir uns bereits angeschaut und ihre Grenzen ausgetestet. Aber auf keinen Fall ist sie die einzige Emulsion, die für’s eigene Siebdrucken in Frage kommt. Im industriellen Bereich des Siebdrucks gibt es einige viel verwendete Emulsionen,  die in großen Betrieben und großen Mengen zum Einsatz kommt. An mache dieser bzw. an ihre Hersteller kommen wir natürlich einfach so erstmal nicht heran, da wir höchst wahrscheinlich nicht zu den Großabnehmern gehören. Aber auch im privaten Bereich haben wir Zugriff auf eine Palette an verwendbaren Schichten.

Großartig für Details mit Plastisolfarben: Fotecoat 1019

Die Easy Blue zeichnete sich durch einfache Verarbeitung sowie tolle Kantengenauigkeit bei der Abbildung der Motive im Sieb aus. Schwierig wird es allerdings, wenn Motive mit besonderer Feinheit (zum Beispiel sehr stark gerasterte Grafiken) abgebildet werden sollen. Starke Rasterung bedeutet Halbtöne, bestehend aus vielen Rasterpunkten, die alle in der Emulsion gehalten werden müssen. Siebfeinheiten ist hier ein wichtiger Faktor, aber die Fähigkeit der Emulsion, kleine belichtete Flächen im Sieb zu halten, ist am Ende entscheidend.

IMG_9648

Fertig angerührte (sensibilisierte) und ausgegaste Fotecoat 1019-Emulsion

Eine Emulsion, auf die in solchen Fällen der besonderen Detailgenauigkeit zurück gegriffen werden kann, ist die ‘Fotecoat 1019’ des Herstellers SAATI. Sie lässt auch Feinheiten, wie zum Beispiel Linienmuster oder komplexe Raster, sehr scharf im Sieb erscheinen, ohne dass diese komplexen Flächen durch Verlust von Weißräumen ineinander verlaufen. Im Gegensatz zur Easy Blue muss sie jedoch extra angemischt werden (mit sog. Diazo Pulver) und ist nach dem Mischen und Ausgasen ohne Kühlen nur knapp einen Monat haltbar,  mit Lagerung im Kühlschrank ca. 3 Monate. WICHTIG: Die Fotecoat 1019 ist ideal für nicht-wasserbasierte Farben (Plastisolfarben & lösungsmittelbasierte Farben), für wasserbasierte Farben eignet sie sich auch, aber nur bedingt. Die Entschichtung nach fertigem Druck funktioniert schnell und unkompliziert mit eurem gebräuchlichen Siebentschichter.

Außerdem könnt ihr beim Beschichten mit der Fotecoat 1019 ein wenig ins Stolpern geraten, da die Emulsion bei nur einseitiger Beschichtung beim Auswaschen sehr schnell an Stabilität verliert, herausbricht und das Motiv zerstört.  Ein beidseitiges Auftragen und gutes Aushärten (am Besten über Nacht) ist zu empfehlen. Erkennbar ist eine gute Beschichtung mit der Fotecoat an einer gut deckenden, violetten Farbe des Siebs nach der Beschichtung (Gelb des Siebs scheint nicht stark durch die Emulsion).

Ist die Beschichtung (inklusive Aushärtung) gelungen, zeigen sich die Qualitäten der Emulsion. Gerasterte Objekte werden scharf und ohne Verlaufen der Rasterelemente ineinander abgebildet. Die Belichtungszeit liegt, bei Verwendung einer guten Belichtungseinheit (ab 400W), bei 6-9 Minuten. Ihr könnte einen leichten aber durchaus sinnvollen und nützlichen Belichtungstest mit eurem Gerät durchführen, indem ihr ein Testmotiv aus unterschiedlichen Rastergrößen zusammenstellt und versucht, dieses in eurem Sieb abzubilden.

IMG_9657_zoomed

Posted in Anleitungen.

Hinterlasse eine Antwort